Bud Spencer Museum schliesst zum 23.12.2026
Bud Spencer Museum schließt zum Jahresende
Eine außergewöhnliche Faninitiative verabschiedet sich aus Berlin
LETZTER BESUCHSTAG BETRIEBSENDE AM STANDORT
23. Dezember 2026 31. Dezember 2026
Das Bud Spencer Museum Berlin Unter den Linden schließt am 23. Dezember 2026 seine Pforten und beendet zum 31. Dezember 2026 den Betrieb am Standort. Nach mehr als fünf Jahren sehen die Betreiber unter den bestehenden wirtschaftlichen Bedingungen keine tragfähige Perspektive für eine Fortführung. Ausschlaggebend sind insbesondere die anhaltenden wirtschaftlichen Folgen einer über einjährigen Baustelle sowie zusätzliche Belastungen durch behördliche Auflagen und fehlende Unterstützung aus der Kulturförderung.
Seit seiner Eröffnung im Juni 2021 entwickelte sich das Museum zu einem internationalen Treffpunkt für Fans von Bud Spencer und seiner Filme. Bereits in den ersten zweieinhalb Jahren besuchten mehr als 250.000 Menschen die Ausstellung. Originalkostüme, Filmrequisiten und persönliche Erinnerungsstücke machten das Museum zu einem besonderen Ort, an dem nicht nur Filmgeschichte vermittelt, sondern generationsübergreifend Erinnerungen geteilt wurden.
Michael Maaß, CEO der Betreibergesellschaft Nobody Media GmbH: „Wir haben dieses Museum mit großer Überzeugung und viel persönlichem Einsatz aufgebaut. Mit so viel Begeisterung und Leidenschaft der Fans hätten wir dennoch nicht gerechnet. Menschen kamen von weit her nach Berlin, Familien kamen Generationen übergreifend, und viele Gäste kehrten immer wieder zurück. Diese Verbundenheit hat uns getragen und lange dafür kämpfen lassen, den Standort zu erhalten.“
Mehr als ein Jahr Baustelle direkt vor der Tür – die wirtschaftliche Erholung blieb aus
Die über ein Jahr andauernden Bauarbeiten unmittelbar vor dem Museum beeinträchtigten die Sichtbarkeit, Erreichbarkeit und Attraktivität des Standorts erheblich. Die damit verbundenen Einschränkungen führten zu einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen und erheblichen Umsatzeinbußen. Auch nach Abschluss der Bauarbeiten im Juli 2026 blieb die erhoffte wirtschaftliche Erholung bedauerlicherweise aus. Diese Entwicklung ist zugleich vor dem Hintergrund eines insgesamt schwieriger gewordenen wirtschaftlichen und touristischen Umfelds in Berlin zu betrachten. Neben rückläufigen Gäste- und Übernachtungszahlen, insbesondere im internationalen Tourismus, belasten auch die gesunkene reale Kaufkraft vieler Haushalte, gestiegene Lebenshaltungskosten und eine spürbare Konsumzurückhaltung die Freizeit- und Kulturwirtschaft. Insbesondere bei freiwilligen Ausgaben für Museumsbesuche, kulturelle Angebote und Freizeitaktivitäten müssen Verbraucher zunehmend Prioritäten setzen. Für ein ausschließlich privat finanziertes Museum, das wesentlich auf touristische Besucher und deren Ausgabebereitschaft angewiesen ist, stellt das Zusammenwirken dieser Faktoren eine erhebliche wirtschaftliche Belastung dar
Das Bud Spencer Museum hat nach Angaben der Betreiber seit seiner Eröffnung keine finanzielle Förderung aus öffentlichen Mitteln erlangt. Anfragen nach kultureller Unterstützung wurden mit dem Hinweis auf fehlende Mittel beantwortet. Auch eine Klage gegen die Ablehnung beantragter finanzieller Unterstützung blieb erfolglos. Erschwerend hinzu kamen wiederkehrende Auseinandersetzungen mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte. Auflagen zur Gestaltung der Außenwerbung, Rückbauanordnungen und das Verbot der Nutzung von Außenflächen belasteten den Betrieb zusätzlich. Gerade während der Baustellenzeit, in der die Sichtbarkeit des Museums ohnehin stark eingeschränkt war, wogen diese Beschränkungen besonders schwer.
„Die ständigen Auseinandersetzungen und kaum nachvollziehbare Auflagen haben uns zermürbt. Wir hätten uns von den zuständigen Behörden und Kulturverantwortlichen mehr Interesse an dieser Faninitiative und mehr Bereitschaft gewünscht, gemeinsam Lösungen zu finden. Stattdessen haben wir uns zu oft ignoriert und ausgebremst gefühlt. Dass ein aus privater Initiative entstandenes Kultmuseum so wenig Rückhalt erfahren hat, hinterlässt bei uns große Enttäuschung“, so Maaß weiter.
Dank an die Familie Pedersoli und an alle, die das Museum (mit-)getragen haben
Ein umso größerer Dank gilt der Familie Pedersoli für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Die Möglichkeit, das Leben und Wirken Bud Spencers gemeinsam mit seiner Familie einem breiten Publikum näherzubringen, war für die Verantwortlichen weit mehr als ein Ausstellungsprojekt. Ebenso danken die Betreiber dem gesamten Museumsteam, den Partnern und Unterstützern sowie allen Besucherinnen und Besuchern. Ihr Einsatz, ihre Begeisterung und ihre persönlichen Geschichten haben diesen Ort geprägt.
„Besonders in Erinnerung bleiben uns die Begegnungen zwischen Kindern, Eltern und Großeltern, die vor denselben Exponaten standen und ganz unterschiedliche Erinnerungen an Bud miteinander teilten. Genau darin lag die besondere Kraft dieses Hauses“, sagt Michael Maaß.
Ein Kultmuseum geht – die Spuren bleiben
Mit der Schließung des Bud Spencer Museums verliert Berlin einen Ort, der aus einer Faninitiative heraus entstanden ist und Menschen über Länder- und Generationengrenzen hinweg zusammengebracht hat. Was bleibt, sind persönliche Begegnungen, gemeinsame Erinnerungen und die Erfahrung, wie viel Begeisterung durch privates Engagement entstehen kann. Die Betreiber möchten die Ausstellung und die Erinnerung an Bud Spencer auch über den Berliner Standort hinaus lebendig halten. Ob und in welcher Form dies künftig an anderer Stelle möglich sein wird, ist derzeit offen.
Bis einschließlich 23. Dezember 2026 besteht noch die Gelegenheit, das Bud Spencer Museum in
Berlin zu besuchen. Die verbleibenden Wochen sollen im Zeichen der Dankbarkeit stehen: für die
Fans, für die gemeinsamen Erlebnisse und für einen Menschen, dessen Filme so viele Menschen
miteinander verbinden.
Grazie, Berlin.
Grazie an die Familie Pedersoli. Grazie an unser Team, unsere Unterstützer und alle Fans.
Und vor allem: Danke, Bud Spencer!